Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Wir erforschen die Biologie des Alterns auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene.
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, Deutschland, und der University of Tennessee Health Science Center, Memphis, USA, hat neue Erkenntnisse zum gesunden Altern des Gehirns gewonnen. Die Forschenden fanden heraus, dass das Altern – ähnlich wie beim Menschen – zu einer Anhäufung defekter Energiemoleküle im Gehirn alternder Mäuse führt. Die verantwortliche Gensequenz konnte identifiziert werden. Zudem lagen keine Hinweise darauf vor, dass diese Anreicherung die Gehirnfunktion beeinträchtigte. Das zeigt, dass alternsbedingte Veränderungen des Gehirns nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich sein müssen.
Weltweit arbeiten führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, dass „Rätsel Altern“ zu lösen und zu verstehen, was „Altern“ bedeutet – biologisch, klinisch und gesellschaftlich. In dem kürzlich erschienenen Perspektiven-Artikel „Past, present and future perspectives on the science of aging“ in der Fachzeitschrift „Nature Aging“ ziehen mehr als 50 Forschende aus verschiedenen Disziplinen eine Zwischenbilanz, was die Alternsforschung bisher erreichen konnte und zeichnen zugleich ein visionäres Bild für die Zukunft. Unter den Wortmeldungen ist auch Dr. Handan Melike Dönertaş vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, die mit ihrer Forschungsgruppe „KI in der Mikrobiom- und Alternsforschung“ wichtige Impulse für die Systembiologie des Alterns setzt.
Eine jetzt in der Fachzeitschrift "Science" veröffentliche Studie zeigt einen Weg auf, wie sich Muskelstammzellen im Alter vor Verlust schützen: Mit zunehmendem Alter verlieren die Muskeln durch eine vermehrte Produktion des Proteins NDRG1 in Muskelstammzellen ihre Fähigkeit, sich schnell und effizient zu regenerieren. Prof. Dr. Julia von Maltzahn von der BTU Cottbus-Senftenberg, die zur Muskelregeneration im Alter viele Jahre als Gruppenleiterin am Leibniz-Institut für Alternsforschung- Fritz-Lipmann-Institut (FLI) geforscht hat, hat zu diesem Artikel einen Kommentar veröffentlicht, da sich mit diesen neuen Erkenntnissen der Blick auf die Veränderungen in Stammzellen während der Alterung verändern wird.
Anfang des Jahres ist am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein neues Forschungsprojekt gestartet. Die gemeinsame „KreDiT RNA“-Forschungsgruppe untersucht die Regulation von Genen, die für ribosomale RNA (rRNA) codieren, im Zusammenhang mit Krebs und Alternsprozessen. Ziel ist es, eng mit dem Altern verbundene Mechanismen der Krebsentstehung zu finden. Dazu wird erforscht, ob regulatorische RNA-Moleküle, darunter auch solche aus dem rRNA-Bereich des Genoms, als diagnostische Biomarker fungieren können und sich daraus neue RNA-basierte Therapieansätze ableiten lassen. Dafür kommen zelluläre Krebsmodelle als auch der kurzlebige Fisch Nothobranchius furzeri als Tiermodell zum Einsatz. Das Projekt wird von der Thüringer Aufbaubank (TAB) in Höhe von 1 Mio. Euro für die Dauer von 3 Jahren gefördert.
Am 19. März 2026 wird Nina Ruge, Journalistin, Fernsehmoderatorin, Bestsellerautorin und Expertin für gesunde Langlebigkeit („Healthy Longevity“), in der öffentlichen Vortragsreihe "Science & Society" einen Vortrag über "Healthy Longevity. Gib deinem Leben mehr gesunde Jahre“ halten. Zu dieser Veranstaltung sind alle Interessenten herzlich eingeladen.