Nachruf

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Uns erreichte die Nachricht, dass unser Freund und ehemaliger Kollege Prof. Dr. Karl-Otto Greulich Anfang April im Alter von 77 Jahren plötzlich verstorben ist. Er leitete die Forschungsgruppe “Einzelzell- und Einzelmolekültechnik” und war der erste Forscher in Deutschland, der mit einer “optischen Pinzette” gearbeitet hat. Wir verlieren mit ihm einen hochgeschätzten und hilfsbereiten Wissenschaftskollegen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und der Familie.

 

Uns erreichte die Nachricht, dass unser Freund und ehemaliger Kollege Prof. Dr. Karl-Otto Greulich Anfang April im Alter von 77 Jahren plötzlich verstorben ist.

Karl Otto Greulich (* 19. Dezember 1946 in Heidelberg), Laser- und Biophysiker sowie Gerontologe, war Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und vom 01.11.1992 bis 31.03.2012 als Seniorgruppenleiter am FLI (früher Institut für Molekulare Biotechnologie - IMB) tätig. Er leitete die Forschungsgruppe „Einzelzell- und Einzelmolekültechnik“. Als erster Forscher in Deutschland arbeitete er hier mit der „optischen Pinzette“, die auf einem Laserstrahl basiert und mit der sich mikroskopische Objekte, beispielsweise einzelne Zellen, handhaben und fixieren lassen.

Seine wissenschaftliche Karriere begann Prof. Dr. Karl-Otto Greulich Ende der 70er Jahre mit dem Studium der Physik, Chemie und Mathematik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, das er 1973 abschloss. Im Anschluss war er an der Universität Heidelberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, bevor er 1976 mit einer Arbeit über „Enzymkinetik unter hohem Druck: Entwicklung eines Modells mit Anwendung auf die enzymatische Dextrasynthese“ promovierte. Danach arbeitete er in Heidelberg am Physikalisch-Chemischen Institut und absolvierte einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Israel am Weizmann Institute of Science in Rechovot. Im November 1989 habilitierte Greulich über „Zeitlich und räumlich hochauflösende Methoden zur Spektroskopie und Mikrobearbeitung organischer Materialien“. Ab April 1990 hatte er eine Professur inne, wechselte aber 1992 nach Jena und erhielt hier 1993 einen Lehrstuhl für Biophysik an der FSU.

Seine Arbeitsgruppe am IMB befasste sich mit Anwendungen von Lasern in der Zell- und Molekularbiologie. Prof. Dr. Karl-Otto Greulich untersuchte den Mechanismus der DNA-Reparatur unter Verwendung der Lasertechnik, z.B. als Folge auf UV-Bestrahlung, und seiner Auswirkungen aufs Altern. Im Rahmen der Krebsforschung untersuchte seine Gruppe genetische Einflüsse auf Krebserkrankungen und unterstützte mit ihren Untersuchungen die Warburg-Hypothese, unter Einschränkung auf bestimmte Gewebearten.

Prof. Greulich verabschiedete sich im März 2012 in den Ruhestand, war aber noch für weitere zwei Jahre als wissenschaftlicher Berater für das FLI tätig und blieb auch danach eng mit dem Institut verbunden.