Neue Tierhausleitung und Tierschutzbeauftragte

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Mit der Einstellung einer Tierärztin als neue Tierschutzbeauftragte und einem neuen Tierhausleiter setzt das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) die Neustrukturierung seiner Tierhaltung weiter fort. Ein zusätzliches externes Expertengremium ist als beratende Instanz einberufen worden.

Jena. Infolge der im Mai bekannt gewordenen Vorwürfe gegen das Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) hat der Vorstand des Instituts in Abstimmung mit den Behörden einen Maßnahmenplan entwickelt, um die Tierhaltung personell, strukturell und organisatorisch neu aufzustellen, alle Prozesse rund um Tierversuche auf den Prüfstand zu stellen und zusätzliche Kontrollmechanismen am FLI einzuführen.

Im Sinne eines grundlegenden Neustarts wurde zum 20. Juni 2016 die Tierhausleitung mit einem externen Kandidaten neu besetzt. Zum 1. August 2016 hat zudem eine ebenfalls von außen neu gewonnene Tierärztin ihre Tätigkeit am FLI aufgenommen und ist ab sofort für die Funktion der Tierschutzbeauftragten zuständig. Hierdurch ist das 4-Augen-Prinzip am FLI neu etabliert, um die  institutseigenen Ansprüche an eine hohe Qualität und Konformität der Tierversuche mit den gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen zu gewährleisten. Um den Erneuerungsprozess selbst auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren, wurde ein vierköpfiges externes Expertengremium einberufen, das im Rahmen einer Vorortbegehung in der letzten Woche den Vorstand und die neue Tierhausleitung hinsichtlich der weiteren Umstrukturierungsmaßnahmen der Tierhaltung am FLI beraten hat.

Im Zuge der begonnenen, internen Aufarbeitung wurde ein weiteres Versäumnis bei der Anmeldung von Tierversuchen aufgearbeitet und den Behörden angezeigt. Bei den im Mai gestoppten 25 Tierversuchsreihen wurden mittlerweile Antragsfehler korrigiert und überarbeitete Anträge zur Prüfung bei der Genehmigungsbehörde eingereicht.

Hintergrund

Das FLI betreibt Grundlagenforschung zum biologischen Prozess des Alterns. Damit wir dabei zum Beispiel die Ursachen von altersbedingen Krebserkrankungen oder Diabetes besser verstehen können, sind Tierversuche nötig. Das führt zu einem ständigen Dilemma. Denn Erkenntnisse zum Wohl der Menschen sind oft mit Belastungen von Tieren verbunden. Das Gesetz schreibt in Deutschland ganz klar vor, dass die Belastungen für die Tiere möglichst gering gehalten werden. Das hat auch ethische Gründe, denn kein Forscher macht gerne Tierversuche.

Die Vorwürfe gegen das FLI betreffen im Kern das Verfahren, wie Tierversuche angemeldet wurden, die Dokumentation von Tierversuchsreihen oder auf welcher Basis die Zucht von Versuchstieren geplant wurde. Die Fehler in den Tierversuchsanträgen betreffen die Wirbeltiere, mit denen das FLI forscht, d.h. Mäuse und Fische.

Kontakt

Dr. Evelyn Kästner, Leiterin Kommunikation, Pressesprecherin            
Tel.: 03641-656378, E-Mail: presseleibniz-flide