Vom Mikroskop bis zur Alternssimulation: Ein Tag als Forschende am FLI

Zum "Forsche Schüler Tag" am 23. April 2026 erhielten neun Schülerinnen und Schüler am FLI Einblicke in die Alternsforschung. Dabei erfuhren sie insbesondere etwas über die Modellorganismen - Maus und Türkiser Prachtgrundkärpfling - und deren Bedeutung in der Forschung. Durch diverse Mitmachaktionen und Alternssimulationen wurde das Thema anschaulich und praxisnah vermittelt.

Am 23. April 2026 öffnete das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) im Rahmen des „Forsche Schüler Tags“ für neugierige Schülerinnen und Schüler seine Türen. Parallel zum bundesweiten Girls’ Day und Boys’ Day nutzten insgesamt 96 Teilnehmende auf dem Beutenberg-Campus die Chance, um sich über aktuelle Forschungsthemen zu informieren und Forschung hautnah zu erleben. Sie waren dabei aus vielen Teilen Thüringens und darüber hinaus angereist: Bamberg, Berlin, Erfurt, Hanau, Jena, Kahla, Leinefelde, Meiningen, Merseburg, Neustadt, Schmölln, Weimar und Worms. Gleichzeitig diente die Veranstaltung als Berufsorientierungstag, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler über mögliche Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten informieren konnten.

Am FLI drehte sich alles rund um das Thema Altern – und vor allem ums Mitmachen. Neun interessierte Jugendliche erhielten bei uns vor Ort spannende Einblicke in unsere Forschung und wurden selbst aktiv: Sie erfuhren in Kurzvorträgen, warum und wie wir altern, welche Rolle Gene und Umwelt dabei spielen und woran unsere Forschungsgruppen aktuell arbeiten. Besonders anschaulich wurde von den Tierhaltungen am FLI die Forschung an den Modellorganismen Maus und dem kurzlebigen Türkisen Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius furzeri) vermittelt. Die Teilnehmenden erfuhren, welche Rolle diese Tiere in der Alternsforschung spielen.

Praktische Einblicke gab es ebenfalls: Wie richtet man Käfige und Aquarien artgerecht ein? Was benötigen Versuchstiere an Futter? Wie sorgt man für Beschäftigung und ein möglichst natürliches Lebensumfeld? Außerdem wurde erklärt, wie die tägliche Kontrolle des Gesundheitszustands erfolgt.

Unter dem Mikroskop konnten dann spezielle Futterangebote für den N. furzeri betrachtet werden. Ein besonderes Highlight bei den Mit-Mach-Angeboten war das Einsammeln und Sortieren von Fischeiern auf Torfplatten – typische Aufgaben im Alltag von Tierpflegerinnen und Tierpflegern in der Tierhaltung Fisch.

Auch die Haltung und Versorgung von Mäusen stand im Fokus, ebenfalls ein wichtiger Modellorganismus in der Alternsforschung, der bei zahlreichen Versuchen am Institut eine Rolle spielt. Dabei ging es nicht nur ums Zuschauen – hier wurde ausprobiert, gefragt und mitgedacht. Zudem wurde demonstriert, wie Mäuse markiert werden, um sie eindeutig identifizieren zu können.

Den Abschluss der Mitmach-Stationen bildeten verschiedene Alternssimulationen. Hier konnten die Teilnehmenden selbst erleben, wie sich das Altern anfühlen kann, indem beispielsweise Sinne wie Hören, Tasten und Greifen sowie Riechen eingeschränkt wurden. Das sorgte für viele Aha-Momente. Abgerundet wurde das Programm durch einen Rundgang durch das moderne Forschungsgebäude mit Informationen zur Architektur sowie zu den Kunstobjekten im Haus.

Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß; zwei von ihnen wollen sogar später selbst in die Forschung gehen – vielleicht ja auch bei einem Praktikum wieder am FLI sein.

Ein großes Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen, die diesen Tag mit viel Engagement durchgeführt und für die Schülerinnen und Schüler so interessant gestaltet haben!

Der nächste „Forsche Schüler Tag“ findet voraussichtlich am 22. April 2027 statt – wir freuen uns schon jetzt auf viele neue neugierige Gesichter.