Immunologie des Alterns
Prof. Claudia Waskow
Gruppenleiterin
Wir wollen die Entstehung und Funktion von Immunzellen bei älteren Menschen verstehen, um in naher Zukunft die gesunde Lebensspanne des Menschen zu verlängern.
Prof. Claudia Waskow
Gruppenleiterin
Wir wollen die Entstehung und Funktion von Immunzellen bei älteren Menschen verstehen, um in naher Zukunft die gesunde Lebensspanne des Menschen zu verlängern.
Der Erhalt der Stammzellfunktionalität ist grundlegend für die kontinuierliche Erneuerung von Geweben im gesunden Organismus, bei Krankheit und während Alterungsprozessen. Die Funktion vieler Organe hängt davon ab, dass Stammzellen permantent neue Zellen herstellen. Dies betrifft vor allem Organe und Gewebe, die einen hohen Zellumsatz haben, wie etwa Darm, Haut oder Blut. Wenn wir verstehen, wie die Entscheidungsprozesse in Stammzellen ablaufen, können wir in Zukunft Wege finden, gesunde Gewebe herzustellen oder zu erhalten und damit geschädigte zu ersetzen.
Eine Stammzellart, die bereits besonders gut erforscht ist, sind die Stammzellen des blutbildenden Systems, sogennante hämatopoetische Stammzellen (HSCs). Sie sind für die Bildung aller Blutbestandteile zuständig und damit auch grundlegend für ein funktionierendes Immunsystem. HSCs können in sehr hoher Reinheit gewonnen werden und führen nach einer Knochenmarkstransplantation im Empfänger dazu, dass sie ihr großes regeneratives Potenzial entfalten und über lange Zeit neue Blutzellen bilden.
Doch obwohl HSC phänotypisch schon gut erforscht sind, sind die Mechanismen der Entscheidungsfindung innerhalb der Stammzellen (Ruhestadium vs. identische Teilung vs. Differenzierung) nach wie vor weitgehend unbekannt. Weil Fehler in der Blutbildung zu lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs und Infektionserkrankungen führen können, ist die Kenntnis dieser Prozesse jedoch essenziell. Auch während der Alterung kommt es zu einer nachlassenden Funktionalität der Blutstammzellen, was in der Folge zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Die Forschungsgruppe Waskow versucht deshalb, zellintrinsische und -extrinsische, nischen-abhängige Signale zu identifizieren, die die Entscheidungsfindung in Stammzellen steuern.
Das Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness: One Health, One Future“ vernetzt exzellente inter- und transdisziplinäre Forschung. Das Leibniz Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena entsendet hierfür drei renommierte Forscher. Das gemeinsame Ziel: Die Gesellschaft in künftigen Pandemien besser zu schützen.
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena haben eine bisher unbekannte Funktion von Immunzellen im Knochenmark entdeckt. Embryonale Makrophagen – spezialisierte Fresszellen des Immunsystems – beeinflussen die Bildung von Blutstammzellen und damit die lebenslange Produktion von Blutzellen. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Größenregulierung des hämatopoetischen Stammzellpools, der für die kontinuierliche Produktion von Blutzellen und die Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems unerlässlich ist.
Auf der Jahrestagung des German Stem Cell Network (GSCN) in Münster ist Claudia Waskow, Forschungsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und Professorin für Immunologie des Alterns an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zur neuen Präsidentin des GSCN ernannt worden. In ihrer zweijährigen Amtszeit will sie die Vernetzung mit Forschenden in Europa und weltweit ausbauen, die Nachwuchsförderung des GSCN weiter stärken und Wissenschaftlerinnen mehr Sichtbarkeit verschaffen.