Transkriptionelle Kontrolle der Gewebshomöostase
Dr. Björn von Eyss
Gruppenleiter
Unsere zentrale Forschungsfrage: Welche Rolle spielen die Transkriptionsregulatoren YAP und TAZ beim Altern, der Regeneration und Krebsentstehung?
Dr. Björn von Eyss
Gruppenleiter
Unsere zentrale Forschungsfrage: Welche Rolle spielen die Transkriptionsregulatoren YAP und TAZ beim Altern, der Regeneration und Krebsentstehung?
Der menschliche Körper besteht aus ungefähr 30 Billionen Zellen und erneuert pro Sekunde etwa vier Millionen Zellen. Dies verdeutlicht, dass bei langlebigen Organismen selbst das kleinste Ungleichgewicht in der Gewebshomöostase früher oder später zu schwerwiegenden Konsequenzen führen kann – wie etwa zu vorzeitigem Altern oder Krebs.
Ein zentraler Regulator für die Regeneration von Geweben ist der sogenannte Hippo-Signalweg. Dieser Signalweg besitzt zwei Effektorproteine, die transkriptionellen Koaktivatoren YAP und TAZ. Da ein tiefgreifendes Verständnis der Regulation des Hippo-Signalwegs zu neuen Erkenntnissen über Alterung, Stammzellbiologie und Gewebehomöostase führen wird, konzentriert sich die Forschungsgruppe auf verschiedene Aspekte der Biologie von YAP/TAZ. Ziel ist es, neue Signalwege und somit Angriffspunkte zu identifizieren, welche die Aktivität von YAP/TAZ kontrollieren.
Zudem zielt die Forschung darauf ab, solche YAP/TAZ-Zielgene zu identifizieren, die für die biologische Funktion von YAP/TAZ essentiell sind. Solche Zielgene und die damit assoziierten Signalwege könnten medizinisch von hohem Nutzen sein, indem sie beispielsweise die Regeneration im Alter verbessern. Des Weiteren untersuchen die Forschenden, welche Rolle die beiden Transkriptionsregulatoren in der Gewebshomöostase, bei der Regeneration, in der Stammzellbiologie sowie bei der Entstehung von Krebs spielen. Diese Fragen werden in vivo mithilfe neuartiger Mausmodelle aufgeklärt.
Neue Förderung für das Forschungsprojekt „Identifizierung kritischer und handlungsfähiger onkogener Signalwege in Gallengangskarzinomen“ durch die Life Connect Initiative der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Die Rolle des Transkriptionsfaktors TRPS1 in der Aufrechterhaltung der luminalen Vorläuferzellen der Brustdrüse: Forscherteam vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut in Jena veröffentlicht neue Erkenntnisse mit großem therapeutischem Potenzial.
Zum Schutz vor Infektionen ist ein gut funktionierendes Immunsystem unerlässlich. Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion des Immunsystems jedoch ab, was auch auf alternsbedingte Schäden in hämatopoetischen Stammzellen zurückzuführen ist. Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena haben nun herausgefunden, wie der Co-Aktivator des Hippo-Signalwegs, das TAZ-Protein, die Blutstammzellen vor dem Altern schützen und somit vor einem Funktionsverlust bewahren kann. Darüber hinaus altern die Blutstammzellen sehr heterogen. Neben alten Zellen findet man auch "jugendliche" Zellen, wenn der Schutzmechanismus effektiv gewirkt hat.
Brustkrebs ist unter Frauen die verbreitetste Krebsform. Beim triple-negativen Mammakarzinom sind die Prognosen für den Erkrankungsverlauf schlecht, denn dieser Tumor kann bisher kaum behandelt werden, da wichtige Rezeptoren als Angriffspunkte für Therapien fehlen. Forscher des Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben nun ein Projekt gestartet, um das Protein TRPS1, das in diesen Tumoren vermehrt vorkommt, als Target zu validieren. Ziel ist die Entwicklung von Wirkstoffen, die zur Behandlung dieser aggressiven Brustkrebsform eingesetzt werden können. Das Projekt wird für 2 Jahre mit insgesamt 832.000 Euro vom BMBF gefördert.