Nervenregeneration
Prof. Dr. Helen Morrison
Gruppenleiterin
Wir interessieren uns für die Prozesse der Nervenregeneration, die Natur der Zellkommunikation und die "Fehlverdrahtung" von Signalwegen bei Krankheiten und im Alterungsprozess.
Prof. Dr. Helen Morrison
Gruppenleiterin
Wir interessieren uns für die Prozesse der Nervenregeneration, die Natur der Zellkommunikation und die "Fehlverdrahtung" von Signalwegen bei Krankheiten und im Alterungsprozess.
Die Forschungsgruppe Nervenregeneration um Helen Morrison erforscht die Prozesse bei der Regeneration von Nerven, die Kommunikation im Inneren von Zellen und zwischen den Zellen. Wir möchten herausfinden, ob Fehler bei der Kommunikation zu Krankheiten oder beschleunigtem Altern führen können. Der Fokus liegt dabei auf dem Nervensystem und seiner Fähigkeit, sich zu regenerieren, sowie auf den Krankheitsmechanismen von myelinisierenden Zellen und Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems - Erkrankungsarten, die einen hohen medizinischen Forschungsbedarf haben. Methodisch folgen wir einem multidisziplinären Ansatz, welcher Struktur-, Zell- und Mausmodelle umfasst.
Wir untersuchen die strikte Kontrolle der Aktivierung von kleinen GTPasen, Proteinen, die vielen biologischen Kernprozessen zugrunde liegen. Dieses Interesse an kleinen GTPasen wurde durch die Entdeckung geweckt, dass Mitglieder der Familie der Aktin-bindenden Proteine - das Tumorsuppressorprotein Neurofibromin 2 (Merlin) und die vermeintlich tumorfördernden Ezrin, Radixin und Moesin (ERM) - als Gegenspieler bei der Ras-Aktivierung fungieren. Merlin hat eine hemmende Wirkung, während ERM-Proteine die Ras-Aktivierung zu verstärken scheinen. Diese Regulierungsstrukturen stellen einen neuen Aspekt der Signaltransduktionsarten dar, die für Krebsentstehung und alle Ras-abhängingen physiologischen Prozesse relevant sind.
Das Altern ist der Hauptrisikofaktor für Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da jedoch die biologischen Prozesse des Alterns immer besser verstanden werden, zeichnen sich bereits erste Ansätze für eine Geroprotektion ab: Altersbedingte Krankheitsrisiken könnten reduziert und damit die gesunde Lebenserwartung verlängert werden. Das Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert daher einen Paradigmenwechsel für Forschung und medizinische Versorgung mit stärkerem Fokus auf das Altern selbst. Dieser Ansatz wird auch vom Leibniz-Forschungsverbund „Altern und Resilienz“ (LFV-AR) und vom Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena unterstützt.
Die Wissenschaftlerin Georgia Daraki vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) Jena hat den „Young Investigator Award“ (YIA) der Children’s Tumor Foundation (CTF) gewonnen. Verbunden damit ist ein zweijähriges Stipendium für ihre Arbeit zum Thema "Erforschung des Zusammenspiels zwischen Lipidstoffwechsel und LZTR1 bei Erkrankungen der peripheren Nerven".
Vom 29.-30. Juni 2023 fand die Jahrestagung der DGfA in Jena statt. Mit 3 fantastischen Keynote Speakern, ausgewählten Kurzvorträgen, vielen interessanten Postern und der Möglichkeit zum Kennenlernen und Vernetzen bot diese Tagung den über 170 internationalen Teilnehmern zahlreiche Gelegenheiten zu fachlichen Diskussionen.
Für die Signalübertragung im Gehirn spielen Astrozyten, kleine sternförmige Zellen, eine wichtige Rolle. Da das Protein Ezrin vermehrt in den Astrozytenfortsätzen auftritt, wird eine Funktion in der Hirnfunktion vermutet. Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena haben In-vivo-Studien zur Funktion und Rolle von Ezrin in der Hirnentwicklung und im erwachsenen Gehirn durchgeführt. Während der Verlust von Ezrin die Entwicklung kaum beeinflusst, ist die Signalverarbeitung und Form der Astrozyten verändert. Diese Effekte mildern die Toxizität von Neurotransmittern, insbesondere des Glutamats, scheinbar effektiver ab und schützen so Mäuse vor Stress (z.B. Schlaganfall).
Mit fortschreitendem Alter sind Menschen anfälliger für Krankheiten – und wegen der Alterung der Gesellschaft werden in Zukunft immer mehr betroffen sein. Welche Möglichkeiten es gibt, die Folgen für Einzelne und für die Gesellschaft insgesamt abzumildern, wollen Forschende aus 15 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft aus biologischer, psychologischer, sozioökonomischer und politischer Perspektive untersuchen und Anpassungsstrategien aufzeigen. Dafür haben sie den Forschungsverbund „Altern und Resilienz“ gegründet. Koordiniert wird der Verbund vom Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI), Jena, und dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Mainz.
Dr. Helen Morrison vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena wurde als Professorin an die Fakultät für Biowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) berufen. Mit der neu etablierten Professur zur „Neurobiologie des Alterns“ ab April 2020 wird die Alternsforschung in Jena weiter ausgebaut. Prof. Dr. Helen Morrison ist seit 2004 am FLI und leitet dort die Forschungsgruppe „Nervenregeneration“. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Erforschung von biochemischen und molekularbiologischen Mechanismen bei der Regeneration von Nervenzellen.