Gehirnalterung
Dr. Dennis de Bakker
Nexus-Gruppenleiter
Als experimenteller Biologe habe ich ein starkes Interesse daran, neue Strategien zur Vorbeugung neurodegenerativer Erkrankungen zu identifizieren.
Dr. Dennis de Bakker
Nexus-Gruppenleiter
Als experimenteller Biologe habe ich ein starkes Interesse daran, neue Strategien zur Vorbeugung neurodegenerativer Erkrankungen zu identifizieren.
Der türkise Prachtgrundkärpfling (Turquoise killifish) entwickelt spontan alternsbedingte Merkmale für eine Degeneration des Gehirns, wie beispielsweise Proteinaggregation, Entzündungen des Nervensystems und den Verlust von Nervenzellen. In unserem Labor versuchen wir, die zugrunde liegenden Mechanismen für die Degeneration des Gehirns bei Prachtgrundkärpflingen zu identifizieren und gezielt zu beeinflussen, um das Auftreten der alternsbedingten Symptome zu verzögern oder zu verhindern. Wenn wir damit Erfolg haben, könnten die Erkenntnisse aus den Killifischen letztendlich zu ähnlichen Präventionsansätzen bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen führen.
Um die Mechanismen zu identifizieren und gezielt zu beeinflussen, die die Degeneration des Gehirns bei Killifischen vorantreiben, wenden wir eine Vielzahl von Methoden an, darunter immunhistochemische Verfahren, konfokale Mikroskopie, RNA-Sequenzierung, Proteomik (LC-MS), die Analyse quantitativer Merkmalsloci (QTL), CRISPR-vermittelte Mutagenese, pharmakologische Interventionen und Verhaltenstests.
Am Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI) in Jena, konnte im Januar 2026 eine neue Forschungsgruppe unter der Leitung des experimentellen Biologen Dr. Dennis de Bakker ihre Arbeit aufnehmen. Ermöglicht wurde dies durch das Programm Nexus der Carl-Zeiss-Stiftung, das Postdocs die Möglichkeit bietet, eine eigene interdisziplinäre Forschungsgruppe aufzubauen. Die Fördersumme beträgt bis zu 1,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren. Vorrangiges Ziel der Forschungsgruppe ist es, die Mechanismen der Gehirnalterung durch artenübergreifende Vergleiche aufzudecken.
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, Deutschland, und der University of Tennessee Health Science Center, Memphis, USA, hat neue Erkenntnisse zum gesunden Altern des Gehirns gewonnen. Die Forschenden fanden heraus, dass das Altern – ähnlich wie beim Menschen – zu einer Anhäufung defekter Energiemoleküle im Gehirn alternder Mäuse führt. Die verantwortliche Gensequenz konnte identifiziert werden. Zudem lagen keine Hinweise darauf vor, dass diese Anreicherung die Gehirnfunktion beeinträchtigte. Das zeigt, dass alternsbedingte Veränderungen des Gehirns nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich sein müssen.