Forschungsgruppe Große

Biochemie:
Ungenaue Verdopplung

Wir trauern um Professor Dr. Frank Große.

Frank Große begann 1994 seine Tätigkeit am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB), dem Vorläuferinstitut des heutigen FLI und wurde als Professor für Biochemie an die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena berufen. Von 2000-2003 übernahm er die Position des Wissenschaftlichen Direktors des IMB und begleitete den Prozess der Neuausrichtung des Institutes von der Biotechnologie zur heutigen Alternsforschung wesentlich mit. Während seines Wirkens am Institut leitete er die Forschungsgruppe Biochemie des FLI und hat als Universitätsprofessor die Biochemiker-Ausbildung an der Friedrich-Schiller-Universität maßgeblich geprägt.

Professor Große verstarb völlig unerwartet am 14. Juni 2018. Die Trauer verbindet sich mit der Erinnerung an einen offenherzigen und hilfsbereiten Wissenschaftler; einen liebenswürdigen Menschen, der immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Die vielfältigen Diskussionen, seine brillanten Ideen, wie auch sein Humor werden uns gegenwärtig bleiben. Das FLI und seine Mitarbeiter sind Frank Große zu großem Dank verpflichtet.

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Der Forschungsschwerpunkt der Forschungsgruppe um Frank Große war die Genauigkeit der DNA-Replikation. Die Verdopplung der genetischen Information, namentlich die Replikation, ist ein zentraler Bestandteil aller Lebewesen. Auftretende Fehler während der DNA-Replikation können Krebs verursachen oder zu vorzeitiger Alterung der Zelle bzw. des gesamten Organismus führen. Die Forschungsgruppe interessierte sich für die grundlegenden Aspekte der DNA-Replikation, deren Regulation und ihren Umgang mit Fehlern, die während dieses Prozesses auftreten können.

Fragen, denen in diesem Zusammenhang nachgegangen wurden, waren:

  • Wie wird die Replikation initiiert und wie wird sie gestoppt, wenn etwas schief läuft?
  • Was passiert mit Fehlern, die während dieses Prozesses entstehen?
  • Was geschieht mit Replikationsgabeln, die vor einer geschädigten Stelle blockiert werden?
  • Wie werden blockierte Replikationsgabeln wieder aktiviert und gestartet?
  • Welcher Art sind die Signale, die den Zelltod veranlassen, wenn geschädigte Stellen sich als irreparabel erweisen?

Die Arbeitsgruppe sah ihre Forschung als Beitrag zum besseren Verständnis, wie Zellen Replikationsfehlern vorbeugen und dabei vorzeitiger Alterung und letztlich auch dem Zelltod entgehen können.

Modell der eukaryotischen Replikationsgabel
Große: DNA-Replikationsgabel

Frank Große
(21.04.1952 - 14.06.2018)
Gruppenleiter

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Mitglieder der ehemaligen Forschungsgruppe Große finden Sie nun hier:

Projekt Biochemie