Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Wir erforschen die Biologie des Alterns auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene.
Warum wir altern und warum sich die Alterungsraten zwischen Individuen und Arten unterscheiden, untersucht ein jetzt in „Nature Reviews Genetics“ veröffentlichter Übersichtsartikel mithilfe von Evolutionstheorie, vergleichender Genomik und Humangenetik. Die beiden Autorinnen vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena und vom University College London zeigen, dass moderne Menschen heute in der Regel ein hohes Alter erreichen und daher die Folgen biologischer Prozesse erleben, die die natürliche Selektion für das frühe Leben optimiert hat, sowie die Folgen von Mutationen, deren schädliche Wirkung erst spät einsetzt. Diese evolutionäre Perspektive erklärt zudem gemeinsame genetische Ursachen alternsbedingter Erkrankungen und weist auf konservierte biologische Signalwege als vielversprechende Ansatzpunkte für neue Therapien hin.
Dr. Dario Lucas Helbing, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena – das ein Standort des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) ist, hat zusammen mit Prof. Dr. Helen Morrison, Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI) in Jena, eine Förderung erhalten. Hierbei wird das Forschungsprojekt „Erfassung und Validierung kausaler multimodaler molekularer Signalwege im Spektrum von Depressionen und dem neuropsychiatrischen Post-COVID Syndrom“ durch die LIFE "Connect"-Initiative der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit 25.000 Euro unterstützt.
Warum verliert das Darmmikrobiom im Alter sein Gleichgewicht? Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena stellen jetzt in einem in „PLoS Biology“ veröffentlichten Beitrag eine neue Erklärung vor. Demnach ist die alternsbedingte Destabilisierung des Mikrobioms nicht in erster Linie auf Veränderungen der Mikroorganismen selbst zurückzuführen, sondern auf eine nachlassende Immunüberwachung. Verliert das alternde Immunsystem seine Kontrollfunktion, können einzelne Mikroorganismen die Oberhand gewinnen und das mikrobielle Gleichgewicht stören. Die Arbeit eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis gesunden Alterns.
Mit zunehmendem Alter verlieren unsere Zellen an Energie und Anpassungsfähigkeit – ein Prozess, der eng mit der Funktion der Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zelle, zusammenhängt. Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena haben nun entdeckt, dass das Membranlipid Phosphatidylcholin dabei eine wichtige Rolle spielt. Seine verminderte Produktion führt zum Rückgang der mitochondrialen Flexibilität und beeinflusst so das natürliche Altern der Mitochondrien. Durch die Zufuhr dieses Nährstoffs über die Nahrung konnte die Funktion gealterter Mitochondrien in Modellorganismen wieder verbessert werden – ein möglicher Ansatz gegen alternsbedingte Stoffwechselstörungen und für ein gesundes Altern.
Prof. Dr. Wendy Garrett vom Institut für Immunologie und Infektionskrankheiten sowie Institut für Molekularen Stoffwechsel, wird am Montag, den 7. September 2026, um 15 Uhr am FLI einen Vortrag halten.